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23. Dezember 2011

Ziel erreicht !

Rennbericht vom 24h-Rennen “Rad am Ring 2010” (von Alf Diederich)

Im letztem Jahr war alles anders. Da waren wir nur einen Nachmittag mit unseren Rennrädern in der Grünen Hölle. Das zwar immerhin auch für 3 qualvolle und anstrengede Runden über die legendäre Nordschleife des Nürburgrings, aber dieses Jahr hatten wir uns für die Paradedisziplin entschieden: das 24 Stunden Rennen.
Nicht ganz unschuldig an diesem Entschluss waren die 4 TuS-Mounties die schon letztes Jahr das 24h Mountainbikerennen dort absolvierten und uns "infizierten"....

So machten wir uns am Freitag dem 20.08.2010 im vollbepacktem PKW auf in Richtung Eifel. Mit dabei waren neben mir: Stefan, Uwe und Jochem. Um wenigstens etwas Komfort zu haben und vor allem um eine möglichst trockene "Behausung" für die 3 Tage bzw Nächte zu haben, gönnten wir uns den Luxus eines Wohnmobils.
Das mussten wir erst noch knappe 30 Km östlich des Nürburgrings abholen.

Nach einer zähfließenden Anreise zur Wohnmobilvermietung und einer unproblematischen Übergabe unseres noblen Gefährts, musste nur noch umgeladen und ein paar Getränke besorgt werden, dann konnte es zum Nürburgring gehen. Dort würden wir unsere Parzelle besetzen und erstmal mit den Mounties (die selbständig angereist waren) auf die Pastaparty gehen. So war der Plan.
Manchmal sind Theorie und Praxis 2 verschiedene Paar Schuhe. Es ist schon irgendwie blöd wenn man so gut wie angekommen ist, aber man nicht auf das Gelände kommt. Jeder der den Film "Superstau" kennt, hat eine Ahnung davon wie es uns ergangen ist, als wir ganze 3 Stunden vor der Zufahrt zum Fahrerlager standen und es einfach nicht weiterging.

Schon Angst die Freiportion Nudeln bliebe uns verwährt, ging es dann doch irgendwann und irgendwie weiter und wir erreichten spät und genervt unsere Parzelle. Dank dem aufopferungsvollen Einsatz von Mounty Dirk E., der sich vorab für uns in die Schlange gestellt hat, konnten wir doch noch ohne Probleme die Nudeln geniessen. Schließlich hatten wir am nächsten Tag ein Rennen zu fahren und da sind Kohlenhydrate sehr wichtig !
Die Mountainbiker hatten mit der Einfahrt auf's Gelände mehr Glück und brauchten nicht in der Schlange zu stehen.

Die Teams (v.l.n.r.): Sebastian, Dirk E., Heiko, Dirk H. (alle MTB), Jochem, Stefan, Alf und Uwe (alle Rennrad)

20-23

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Am nächsten Tag, nach einem ausgiebigem Frühstück (diesmal keine Nudeln, aber man merkt wie wichtig es ist gut zu essen ;-) ) begannen wir mit den Vorbereitungen. Nach der Teamleiterbesprechung in der Ringarena, rollten wir uns auf der GrandPrix Strecke noch etwas ein, bevor es dann zur Mittagszeit ernst wurde.

Der erste von uns, der auf die Strecke durfte, war Stefan. Er hatte das besondere Vergnügen den Start mitzumachen, der bekanntermaßen immer etwas hektisch ist und da ist es gut so einen besonnenen, ruhigen und versierten Fahrer zu haben. So stellte Stefan auch mal eben auf der ersten Runde den Geschwindigkeitsrekord auf, den im gesamten Rennverlauf keiner von uns mehr "knacken" konnte: 100,7 Km/h ! (Seit dem wird er auch "Mr. Topspeed 100"  genannt.) Uwe war zwar mit 96 Km/h dicht dran, aber es hat leider nicht ganz gereicht.
Trotzdem muß man bei allem Geschwindigkeitsrausch sagen: Gut das da nichts passiert ist. Man stelle sich mal einen Reifenplatzer bei 100 Km/h vor. Oder besser nicht !

Wir hatten uns entschlossen jew. nach einer Runde zu wechseln, um nicht zu viele "Körner" zu verschiessen. Da kam uns die Erfahrung vom letzten Jahr zu Gute, denn die Nordschleife mit ihren knapp 26 Km (inkl. einem Teil der Grand Prix Strecke) und 500 Hm pro Runde ist schon ziemlich anspruchsvoll. Für denjenigen der gerade gefahren war, hieß es raus aus den verschwitzten Klamotten und frisch machen, die anderen beiden konnten sich ausruhen bzw. sich schon wieder auf den nächsten Fahrerwechsel vorbereiten.
Diesen Rhythmus behielten wir die gesamte Zeit bei. Das hat soweit auch gut geklappt, obwohl wir am nächsten Morgen schon sehr übermüdet waren.
Trotzdem haben wir es geschafft unsere Rundenzeiten meist unter 60 Minuten zu halten.

So hat jeder 6 Runden gefahren und das war auch unser angepeiltes Ziel ! Mit einer Extrarunde, die Stefan noch gedreht hat, kamen wir so auf insgesamt 25 Runden.

Mit dem 185. Platz in der Gesamtwertung von 661 4er-Teams beim 24h Rennen mit dem Rennrad, können wir zufrieden sein ! Obwohl im Nachhinein betrachtet noch 20 bis 30 Plätze nach vorne drin gewesen wären.....

Aber nicht nur das eigentliche Sportereignis ist es, was Rad am Ring ausmacht, sondern das gesamte Event. Mit über 4500 Startern alleine beim 24h Rennen ist das schon eine größere Veranstaltung. So ist vom Exprofi und Amateurrennfahrer, einigen Möchtegernen, über motivierten Hobbyfahrern, bis hin zu Juxfahrern im Hasenkostüm oder auf dem Bonanzarad alles dabei. Dass die Ambitionen so unterschiedlich sind wie die Teams/ Fahrer selbst, ist völlig klar. So sah man manche Teams schon während dem Rennverlauf am Grill mit Bier (!) und Würstchen sitzen und andere wieder die mit eigenem Catering und Physiotherapeuten angereist waren und in den Pausen auf der Trainingsrolle sich ausfuhren oder warmfuhren oder andersrum, auf jeden Fall wurde gefahren.
Für uns galt jedenfalls das Motto: "Mittendrin statt nur dabei" und die sportliche Herausforderung mit angenehmener Geselligkeit zu verbinden ist uns bestimmt gelungen !

Das auch Dank dem TuS-Mountainbiketeam Dirk H., Dirk E., Sebastian und Heiko, mit denen wir (durch einen Parzellentausch) direkt nebeneinander parken konnten. Dadurch konnten wir unsere Unterkünfte verbinden und uns gegenseitig unterstützen. So hätten wir auch ohne Rennen ein tolles und spaßiges Camping-Wochende verbringen können!

Die Mounties kamen übrigens auf Platz 39 von 88 Teams in der Gesamtwertung des 24h 4er MTB-Rennen. Glückwunsch und Gratulation dazu nochmal !

Wo viel Licht ist gibt es meist auch etwas Schatten und das betraf dieses Jahr die Organisation: Der Stau am Freitag war schon krass und hätte so nicht sein müssen. Auch die Verlegung des gesamten Verpflegungs- und Servicebereichs in den neuen Ringboulevard war nicht optimal. Das war schlicht und einfach zu weit weg vom Geschehen. (Und wir waren da noch relativ nah dabei !) Aber der Veranstalter zeigte schon auf der Teamleiterbesprechung und auch bei der Siegerehrung Einsicht und gelobte Besserung für das nächste Jahr.

Wir hatten jedenfalls ein tolles Rennevent mit einem gelungenem Ausklang am Sonntagabend. Es gab Gegrilltes und ein wohlverdientes Bier (oder waren es doch mehr ?).
Ausgeruht und einigermaßen erholt vom Rennen, traten wir Montag früh die Heimreise an. Gut Zuhause angekommen hieß es dann "Ziel erreicht !"